LTE-Tarife in Deutschland

LTE-800 wird in Deutschland bisher ausschließlich als Lösung für den heimischen Internetzugang angeboten. Die Technik soll zunächst als Ersatz für einen leitungsgebundenen Breitbandanschluss dienen, wenn ein solcher in der Region nicht verfügbar ist. Trotzdem handelt es sich bei LTE um ein funkbasiertes Übertragungssystem, das sich in wichtigen Aspekten von leitungsgebundenen Lösungen wie DSL unterscheidet. Im Gegensatz zu DSL ist LTE, genau wie UMTS, ein sogenanntes shared medium. Das bedeutet, dass sich die Nutzer eines Sektors dessen maximale Datenrate teilen müssen. Im Regelfall besteht eine Funkzelle aus jeweils drei solcher Sektoren. Greifen innerhalb eines Sektors viele Nutzer parallel auf datenintensive Inhalte wie beispielsweise Videos zu, nimmt die Verbindungsgeschwindigkeit bei jedem Teilnehmer spürbar ab.

 

Ein LTE-Router der Firma AVM - Quelle: AVM GmbH

Um eine solche Überlastung ihrer Netze zu verhindern, haben die Mobilfunkbetreiber verschiedene Beschränkungen eingeführt, die im Festnetz so nicht existieren. So gibt es kaum einen UMTS-Tarif ohne Volumenbegrenzung. In diesem Fall wird die dem Kunden zur Verfügung stehende Datenrate nach der Nutzung eines festgelegten Datenvolumens vorübergehend deutlich reduziert. Auch alle bisher bekannten LTE-Tarife unterliegen einer solchen Beschränkung. Vodafone bietet etwa je nach Tarif ein Inklusivvolumen von 5 GB bis 30 GB an. Nach Erreichen dieses Volumens wird der maximale Download auf 384 KBit/s reduziert. Bei O2 und der Telekom erhalten Privatkunden ein Inklusivvolumen von 10 GB. Geschäftskunden von Osteht ein erhöhtes Inklusvvolumen von 12 GB zur Verfügung. Auch vor der Drosselung unterscheiden sich die Angebote der Netzbetreiber hinsichtlich der angebotenen Downloadraten. Kunden der Telekom und von O2 erhalten bis zu 7,2 Mbit/s. Vodafone bietet dagegen gestaffelte Maximal-Datenraten von 3,6 Mbit/s bis 50 Mbit/s an.

Das durchschnittlich pro Breitbandanschluss genutzte Datenvolumen in Deutschland lag 2009 laut einer Studie des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) bei monatlich 10,1 GB. Für 2010 schätzt die Studie den Verbrauch auf 11,3 GB pro Monat. Damit dürften die angebotenen LTE-Tarife aktuell für einen Großteil der Bevölkerung ausreichen. Allerdings ist davon auszugehen, dass das Datenaufkommen auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Außerdem existieren neben limitierten Datenvolumina weitere Einschränkungen für funkbasierte Angebote wie LTE.

So untersagen oder blockieren die Netzbetreiber auch die Nutzung von bestimmten datenintensiven Diensten. Dabei geht es vor allem um den Zugriff auf Filesharing-Netzwerke, mit denen Dateien von Nutzer zu Nutzer verteilt werden können (Peer-to-peer oder kurz P2P). Darüber hinaus ist in manchen Fällen auch Voice-over-IP (VoIP) betroffen, also die Nutzung von Sprachverbindungen über das Internet wie zum Beispiel mit Skype. Die Geschäftsbedingungen der Telekom verbieten ab einer Nutzung von 3 GB im Monat den Einsatz von Peer-to-Peer-Software, machen aber keine Einschränkungen bezüglich VoIP. O2 erlaubt generell keinen Zugriff auf P2P-Netzwerke. Innerhalb der LTE-Tarife von Vodafone ist die Nutzung beider Dienste von vorneherein untersagt.

Es ist unbestritten, dass LTE für mit Breitband unterversorgte Regionen eine enorme Verbesserung darstellen kann. Jedoch bleibt abzuwarten, ob diese Beschränkungen Einfluss auf das Nutzerverhalten haben werden.

Weiterführende Weblinks