LTE in NRW
Drei der vier großen Mobilfunkunternehmen in Deutschland treiben aktuell den Ausbau von LTE voran, auch in Nordrhein-Westfalen. LTE steht für Long Term Evolution (Langfristige Entwicklung) und bezeichnet einen Mobilfunkstandard, der als Nachfolger von UMTS entwickelt wurde.
Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) führt als Teil ihrer Initiative "NRW digital" das Projekt "LTE in NRW" durch. Ziel des Projekts ist es, die Einführung von LTE in Nordrhein-Westfalen zu begleiten, über deren aktuellen Stand zu berichten und auf eventuell auftretende Problemlagen und Interessenskonflikte hinzuweisen. Wichtig ist dabei vor allem ein neutraler und unabhängiger Blickwinkel.
Die LfM hat sich bereits zuvor eingehend mit dem Mobilfunkstandard beschäftigt. Gemeinsam mit den Partnern Land NRW, Vodafone und WDR wurde 2009 und 2010 das LTE-Projekt NRW durchgeführt.
Die Einführung von LTE ist mit hohen Erwartungen, gleichzeitig aber auch mit Bedenken verbunden. Einerseits soll die neue Technik ländliche Regionen mit breitbandigen Internetzugängen versorgen und so der digitalen Spaltung der Bevölkerung entgegenwirken. Andererseits befürchten verschiedene Interessenverbände weitreichende Störungen des Fernsehempfangs über DVB-T und DVB-C durch neue Basisstationen und Endgeräte.
Bei diesen Besorgnissen geht es nicht in erster Linie um den Einsatz eines neuartigen Übertragungsstandards, sondern vielmehr um den Frequenzbereich, der in Deutschland für LTE genutzt wird. Denn dieser liegt in direkter Nachbarschaft zu den Frequenzen von DVB-T und DVB-C. Es handelt sich hier um die sogenannte digitale Dividende, das heißt den Bereich von 790 MHz bis 862 MHZ, der bis 2009 für die Nutzung durch Militär und Rundfunk reserviert war. Aufgrund seiner spezifischen Ausbreitungseigenschaften ermöglicht dieser Frequenzbereich deutlich größere Funkzellen als höher gelegene Bereiche und eignet sich damit besonders für die Abdeckung des ländlichen Raums.