LTE (Long Term Evolution)

Die Abkürzung LTE steht für Long Term Evolution, was in diesem Kontext soviel bedeutet wie langfristige Entwicklung. Es handelt sich dabei um einen Mobilfunkstandard, der als Nachfolger von UMTS entwickelt wurde und dessen Leistungen deutlich übertrifft. Laut der Definition der internationalen Standardisierungsorganisation 3GPP zählt LTE genau wie UMTS noch zu dritten Generation (3G) des Mobilfunks. In der Praxis wird LTE aber in vielen Fällen bereits als 4G beworben.

Für den Endverbraucher sind vor allem die gesteigerten Datenraten von Bedeutung. Bei der Nutzung von UMTS können theoretisch Geschwindigkeiten von 2 Mbit/s im Download und 384 kbit/s im Upload erzielt werden. Mit der ersten UMTS-Ausbaustufe HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) lassen sich Daten mit maximal 14,4 Mbit/s auf das Endgerät übertragen. HSUPA erhöht die Upload-Geschwindigkeit auf 5,67 Mbit/s. Die höchste Ausbaustufe HSPA+ bietet schließlich eine Datenübertragungsrate von 28 Mbit/s (DL) bzw. 11,5 Mbit/s (UL). Dagegen ermöglicht LTE theoretisch von vorneherein einen Download von bis zu 100 Mbit/s sowie einen Upload von bis zu 50 Mbit/s.

Ein weiterer Vorzug von LTE ist die vergleichsweise geringe Latenzzeit, also die Verzögerung zwischen einer gesendeten Anfrage und der entsprechenden Antwort. Eine niedrige Latenz ist vor allem bei zeitkritischen Anwendungen wie Online-Spielen oder Videotelefonie von Bedeutung. Deshalb ermöglicht LTE in der Praxis eine mit kabelgebundenen Verbindungen vergleichbare Nutzererfahrung.

Im Gegensatz zu UMTS ist LTE außerdem vollständig IP-basiert. Es handelt sich also um ein reines Datennetz, das nicht zur Sprachübermittlung dient. Die Netzwerkarchitektur konnte dementsprechend deutlich flacher gestaltet werden. Das resultiert unter anderem auch in reduzierten Betriebskosten für die Netzbetreiber.

3rd Generation Partnership Project

Genau wie bei UMTS werden auch die Spezifikationen zu LTE vom 3rd Generation Partnership Project erstellt und veröffentlicht. Das 3GPP ist eine internationale Kollaboration von Standardisierungsgremien aus dem Mobilfunksektor.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt am 4. Dezember 1998 in Kopenhagen. Gründungsmitglieder sind die ARIB (Association of Radio Industries and Businesses) und das TTC (Telecommunications Technology Committee) aus Japan, das europaweit tätige ETSI (European Telecommunication Standards Institute), die ATIS (Alliance for Telecommunications Industry Solutions) aus den USA sowie die koreanische TTA (Telecommunications Technology Association). Inzwischen ist auch die chinesische CCSA (Chinese Communications Standards Association) beteiligt.

Website des 3GPP