LTE und drahtlose Mikrofonstrecken
Vor der Umwidmung für den Mobilfunk wurde der Frequenzbereich um 800 MHz nicht nur durch Militär und Rundfunk genutzt. Die Bereiche 790 MHz - 814 MHz und 838 MHz - 862 MHz werden seit dem 01.01.2006 auch für den Betrieb professioneller drahtloser Mikrofonstrecken eingesetzt. Zur Anwendung kommen diese zum Beispiel bei Konzerten oder anderen Aufführungen, aber auch in Kirchen oder Kongresszentren. Gestattet ist das noch bis zum 31.12.2015. Praktisch werden diese Frequenzbereiche allerdings deutlich früher nicht mehr nutzbar sein, da sie sich zum Großteil mit den für LTE-800 eingesetzten Bereichen überschneiden.
Wie die Grafik zeigt, liegt der Bereich 790 MHz - 814 MHz im gleichen Frequenzbereich wie der LTE-Downlink, also in dem Bereich, in dem die Basisstation sendet. Der Bereich 838 MHz - 862 MHz überschneidet sich dagegen mit dem Uplink, also den Sendefrequenzen der Endgeräte. Ein Parallelbetrieb von Mikrofonstrecken und LTE im selben Frequenzbereich ist nicht möglich. Das LTE-Signal führt in diesem Fall zu deutlich hörbaren Störgeräuschen.
In mit LTE versorgten Ortschaften müssen die Funkmikrofone dementsprechend auf alternative Frequenzbereiche ausweichen. Die Bundesnetzagentur hat deshalb den Bereich von 823 MHz - bis 832 MHz freigegeben. Dieser liegt in der sogenannten Duplexlücke, also unmittelbar zwischen LTE-Uplink und LTE-Downlink. Mit diesem Frequenzbereich liegen bisher kaum praktische Erfahrungen vor. Zudem ist die entsprechende Umrüstung von Mikrofonstrecken oft nicht möglich oder mit erheblichen Kosten verbunden. Dieses Thema wird deshalb nach wie vor heftig diskutiert, insbesondere im Hinblick auf die Übernahme entstehender Kosten.
Weitere aktuelle Informationen zu diesem Thema finden sich beim Verband für professionelle drahtlose Produktionstechnologie (APWPT e.V.). Mitgliedern des Verbands steht hier auch eine Gemeindedatenbank zum LTE-Ausbau zur Verfügung, die vor der Planung von Veranstaltungen konsultiert werden kann.
